Wirklatenz

Dhammapada 119-120

Pāpopi passati bhadraṃ, yāva pāpaṃ na paccati;
Yadā ca paccati pāpaṃ, atha pāpo pāpāni passati.

Bhadropi passati pāpaṃ, yāva bhadraṃ na paccati;
Yadā ca paccati bhadraṃ, atha bhadro bhadrāni passati.

 

Gutes widerfährt auch einem Bösen,
solange das Böse noch nicht reif.
Ist aber dann gereift das Böse,
widerfährt dem Bösen Böses.

Böses widerfährt auch einem Guten,
solange das Gute noch nicht reif.
Ist aber dann gereift das Gute,
widerfährt dem Guten Gutes.

 

Dhp 121-122 (Steter Tropfen füllt den Krug) findet sich hier.

 

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Zweierlei Neigung

Dhammapada 117-118

Pāpañce puriso kayirā, na naṃ kayirā punappunaṃ;
Na tamhi chandaṃ kayirātha, dukkho pāpassa uccayo.

Puññañce puriso kayirā, kayirāthetaṃ punappunaṃ;
Tamhi chandaṃ kayirātha, sukho puññassa uccayo.

 

Wenn jemand etwas Böses tut,
soll er es nicht wieder tun.
Er entwickle keinen Hang dazu.
Anhäufung von Bösem bringt Leid.

Wenn jemand etwas Verdienstvolles tut,
soll er es immer wieder tun.
Er entwickle einen Hang dazu.
Anhäufung von Verdienst bringt Glück.

 

Kurzentschlossen

Dhammapada 116

Abhittharetha kalyāṇe,
pāpā cittaṃ nivāraye;
Dandhañhi karoto puññaṃ,
pāpasmiṃ ramatī mano.

Gutes ist freiweg zu tun,
das Herz vom Bösen fernzuhalten.
Wenn zögerlich Verdienst du wirkst,
schwelgt der Geist im Bösen.

 

LET IT BE

Auf sich beruhen lassen
das Hin-&-her der Vergeltung,
Übertrumpfung & Unterbietung,
geselliger Gaben, Gegengaben
& Entnahmen,

Wellenberg & Wellental,
was ansteht, auf- & abgeht,
das Flüstern & das Heulen,
das Heucheln & Bereuen,
lass es auf sich beruhn.

Lass Herzen sich zerfleischen,
lass Köter sich erweichen,
lass Quelle dort dich dürsten,
Wüste sich ergießen hier,
lass es auf sich beruhn.

Vierteilen & das Häuten,
das Hängen & das Stäupen,
das Sengen & Ersäufen:
lass los, lass ab, lass es
in dir auf sich beruhn.

 

Respekt

Dhammapada 109

Abhivādanasīlissa,
niccaṃ vuḍḍhāpacāyino;
Cattāro dhammā vaḍḍhanti,
āyu vaṇṇo sukhaṃ balaṃ.

Dem Ehrerbietigen,
der Würdigen stets Achtung zollt,
vier Dinge wachsen zu: Langes Leben,
Schönheit, Freude, Kraft.

 

Dhp 110-115 (Besser ist ein Lebenstag) findet sich hier.

 

Wahrheitswort (2)

Dhammapada 100-102

Sahassamapi ce vācā, anatthapadasaṃhitā;
Ekaṃ atthapadaṃ seyyo, yaṃ sutvā upasammati.

Sahassamapi ce gāthā, anatthapadasaṃhitā;
Ekaṃ gāthāpadaṃ seyyo, yaṃ sutvā upasammati.

Yo ca gāthā sataṃ bhāse, anatthapadasaṃhitā;
Ekaṃ dhammapadaṃ seyyo, yaṃ sutvā upasammati.

 

Besser als tausenderlei Reden
aus nichtigen Worten ist
ein einziges sinnstiftendes Wort
das dem Hörenden Frieden bringt.

Besser als tausenderlei Verse
aus eitlen Worten ist
eine einzige Zeile *
die den Lauschenden befriedet.

Und sagte da einer auch hunderterlei
Verse aus sinnlosen Worten auf,
besser ist ein Wahrheitswort,
das Frieden bringt dem, der’s vernimmt.

 

* Ein einz’ger Halbvers (Nyānatiloka).
Dhp 103-105 (Der wahre Sieger) findet sich hier.

 

Zwei Idylle

Dhammapada 98-99

Gāme vā yadi vāraññe, ninne vā yadi vā thale;
Yattha arahanto viharanti, taṃ bhūmirāmaṇeyyakaṃ.

Zu Dorf oder Wald,
zu Berg oder Tal:
Wo Würdige weilen,
ist köstlicher Aufenthalt.

 

Ramaṇīyāni araññāni, yattha na ramatī jano;
Vītarāgā ramissanti, na te kāmagavesino.

Köstliche Wälder,
die der Menge nicht behagen,
köstlich sind Leidenschaftsfreien,
die um Sinnenlüste nimmer freien.